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Ja zum Stimmrechtsalter 16

Die Delegierten der Mitte Kanton Luzern fassten an der Delegiertenversammlung vom 15. Januar 2025 die Ja Parole zur kantonalen Volksabstimmung zur Verfassungsinitiative «Ja zum Stimmrechtsalter 16!»

Breit abgestützte Entscheide: eine Schweizer Tradition

Kompromisse eingehen, Entscheidungen breit abstützen, alle Seiten anhören – das macht den Kern der Schweizer Demokratie aus. Je mehr Menschen mitbestimmen dürfen, desto besser. Die Schweiz kennt kein Mehrheitssystem, wo die Partei mit den meisten Stimmen über alle Macht verfügt. Bei uns gilt die Konkordanz, alle Seiten werden miteinbezogen. 16- und 17-jährige auch an den Tisch zu holen, passt in diese Tradition des Einander zuhören und gemeinsam entscheiden.

 

Mit 16 ist der richtige Zeitpunkt

Der Unterricht in politischer Bildung findet im Kanton Luzern im 10. Schuljahr statt, im Alter von 15 – 16 Jahren. Heute gibt es eine Lücke zwischen dem Ende des Staatskundeunterrichts und der ersten Abstimmung, an der man als junger Mensch teilnehmen kann. Stimmrechtsalter 16 schliesst diese Lücke und ermöglicht, dass 16-Jährige bei ihrer ersten Abstimmung direkt auf das Wissen aus dem Unterricht zurückgreifen können. Darum kommt auch die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) zum Schluss:  «Die Einführung von Stimmrechtsalter 16 wäre vorteilhaft für die kontinuierliche Auseinandersetzung mit den politischen Rechten» (Rochel et al. 2020).

 

Stimmrechtsalter 16 stärkt das Interesse für Politik

Menschen, die mit 16 stimmen und wählen können, beteiligen sich auch später politisch stärker als solche, die das Wahlrecht erst mit 18 oder noch älter bekommen haben. Das legt eine Evaluierung aus Österreich nahe, wo das Stimmrechtsalter 16 schon seit einigen Jahren Realität ist (Zeglovits / Aichholzer 2014). Der Hauptgrund laut der Evaluierung: Wer sich in jungen Jahren von der Gesellschaft ernst genommen fühlte, wird dadurch geprägt – und beteiligt sich später stärker an der Demokratie.